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Nicht nur das Saatgut ist entscheidend, sondern auch die Anlage Ihres Wildackers. Grundregeln für die Anlage von Wildäckern und Wildwiesen Bei horstartig auftretenden unerwünschten Ackerkräutern (z.B. vorjährige aus der Wurzel ausschlagende Ackerkratzdisteln) sollten nur die entsprechenden Horste gemäht werden. Auf Platz Eins der häufigsten Anbaufehler rangiert der Mangel an den Grundnährstoffen Kalk, Phosphor, Kalium und Magnesium. An zweiter Stelle, wenn auch mit einigem Abstand, steht die immer noch verbreitete fälschliche Annahme, dass Wildackersaatgut braucht nicht fachgerecht in ein Saatbeet eingearbeitet zu werden. Erste Voraussetzung für gesundes Pflanzenwachstum, einen Äsung und Deckung bildenden Aufwuchs und eine intakte Umwelt ist vor allem eine harmonische Nährstoffversorgung des Bodens. Auf allen ackerbaulich "unbekannten" Flächen, hierzu gehören auch die in der Vergangenheit schon länger stillgelegten Flächen, oder bei Erstanlage ist die Bodenuntersuchung ein unabdingbares Muß. Viele Wildackerflächen zeigen einen erheblichen Mangel oder eine mitunter deutliche Überversorgung bei Einzelnährstoffen. 1. Standortansprüche 1.2 Bei Rohböden (Erstbestellung) kann es zu Ausfällen der Leguminosen, bedingt durch fehlende Knöllchenbakterien, kommen. Erst eine wiederholte Bewirtschaftung, zusammen mit einer ausreichenden Nährstoffversorgung (siehe Pos. 2.3 und 2.5), bewirkt eine Verbesserung der Anbaufläche. Trotz der möglichen Ausfälle dieser Komponenten, sorgt vor allem die Pioniermischung auch auf schlechten Standorten für eine Zunahme des Humusgehaltes, eine gute Bodenkrümelstruktur und eine tiefe Durchwurzelung des Bodens. 1.3 Alle Pflanzen benötigen eine Mindestmenge der Grundnährstoffe Kalk, Phosphor, Kalium und Magnesium. Nichtleguminosen sind auf zusätzlichen Stickstoff (N) angewiesen. Besonders Neuanlagen sind vielfach mit Nährstoffen unterversorgt. Zur Kontrolle der Gehaltsklassen ist es unbedingt erforderlich vor jeder Neubestellung eine Bodenanalyse durchführen zu lassen. Nur so ist der Erfolg der Anlage gesichert und der Aufwand an Dünger gering zu halten. "Eine fachgerechte Düngung versorgt Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen - eine Überdüngung schädigt unsere Umwelt." 2. Anbautechniken 2.1 Rechtzeitig vor der Bestellung eine Bodenprobe entnehmen. Probennehmer und Begleitunterlagen sind im Bedarfsfall über uns erhältlich. Die Probe wird an eine landwirtschaftliche Untersuchungsanstalt gesandt, wo sie, gegen eine geringe Gebühr, auf Bodenart, pH-Wert, Gehalt an Phosphor, Kalium und Magnesium untersucht wird. 2.2 Hohen Altaufwuchs vor der Bestellung schlegeln, damit die Pflanzenreste gut eingearbeitet werden können. 2.3 Einen Kalkmangel vor dem Umbruch mit kohlensaurem Kalk beheben. Eine Verbesserung von besonders sauren Böden, tritt unter Umständen erst nach ein bis drei Jahren auf. Anspruchsvolle Pflanzen, wie Raps- und Kohlarten, gedeihen auf sauren Böden nicht. Ein pH-Wert der niedriger als 5,3 liegt, ist für die Mischungen, mit Ausnahme der Pioniermischung ungeeignet. Anzustreben ist ein pH-Wert je nach Boden zwischen 5,3 und 7,0. 2.4 Die Fläche erst unmittelbar vor der Einsaat umbrechen. Je kürzer der Zeitraum zwischen dem Umbruch und der Einsaat ist, desto wirkungsvoller ist die Ackerkrautunterdrückung der Mischungen. Eine Frostgare des Bodens wirkt sich in der Regel nur bei schweren Lehm- oder Tonböden positiv aus. 2.5 Die meisten Mischungen benötigen mindest Werte an Phosphor, Kalium und Magnesium für optimale Ergebnisse. Flächen die einen Mangel an diesen Grundnährstoffen aufweisen sind nach dem Umbruch mit Dünger zu versehen. Bitte folgen Sie unseren Düngempfehlungen in den Produktbeschreibungen. Flächenstillegungen dürfen im Stillegungszeitraum nicht gedüngt oder gekalkt werden. Im Regelfall haben diese aber bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen eine gute Versorgungsstufe und müssen nicht gedüngt werden. Um ganz sicher zu gehen, gerade bei schon länger stillgelegten Flächen, können Bodenproben vor dem Zeitraum der Stillegung gezogen werden. Damit besteht die Möglichkeit ggf. eine erlaubte Düngung durchzuführen oder auf den Anbau zu verzichten. 2.6 Den Boden nach dem Umbruch abtrocknen lassen (er sollte nicht mehr schmieren), damit keine zusätzlichen Bodenverdichtungen entstehen. Je nach Wetterlage und Bodenart ist ein Weiterarbeiten nach wenigen Stunden oder erst nach einigen Tagen möglich. Beachten Sie bitte das unter Pos. 2.4 Genannte. 2.7 Das Saatbeet wird hergerichtet und ggf. der Grunddünger leicht eingearbeitet. Im Idealfall wird mit der Drillkombination bestehend aus Kreiselegge, Walze und Sämaschine mit Striegel weitergearbeitet. Das spart zwei bis drei Arbeitsgänge und zusätzliche Bodenverdichtungen. Andernfalls wird die Egge oder der Grubber zum Einarbeiten des Düngers eingesetzt. 2.8 Die mögliche Saatzeit der jeweiligen Mischungen entnehmen Sie bitte den Produktbeschreibungen. Die Aussaat mit der Drillmaschine oder der Drillkombination erbringt den besten Erfolg. Die Vorteile einer Maschinensaat liegen in der gleichmäßigen Aussaatmenge und Ablagetiefe, sowie in der möglichen Einsparung weiterer Arbeitsgänge, durch Striegel und Walze. Maschinen richtig einstellen! 2.9 Kopfdüngung von Wildäckern und Neuanlagen. Die Praxis zeigt, dass diese Flächen häufig mit Nährstoffen unterversorgt sind. Nach einer Bodenanalyse ist sehr oft eine PK-Grunddüngung und Kalkgabe erforderlich. Gleichzeitig unterliegen diese relativ kleinen Flächen einem erhöhten Äsungsdruck. Für eine bessere Konkurrenzkraft der Pflanzen empfiehlt sich daher eine Düngung im Anbaujahr mit einem NPK Volldünger. Bewährt hat sich zum Beispiel unser L-PRO Volldünger (14 / 10 / 20 / +4S). Der richtige Zeitpunkt der Kopfdüngung liegt nach etwa 21-28 Tagen, wenn die gesäten Pflanzen eine Wuchshöhe von 10-15 cm erreicht haben. 2.10 Sinnvolle Bewirtschaftung von Wildäckern. Jedes Jahr die Hälfte der Ackerflächen im Rotationsverfahren neu bestellen, bedeutet halbe Arbeitszeit und Kosten. Dem Wild stehen somit weiterhin die Hälfte der Flächen zur Verfügung. Unsere Mischungen sind bewiesener Maßen über viele Jahre selbstverträglich. |
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